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Länderkurzbericht Guatemala 2008

Öffentliche Sicherheit

Polizeistatistiken zufolge wurden im Jahr 2007 in Guatemala 5.781 Menschen ermordet (in den Vorjahren waren es 2006: 5.885, 2005: 5.338 und 2004: 4.346 Mordfälle). Im Schnitt wurden in den letzten vier Jahren 42 von 100.000 Menschen umgebracht. Die Zahl der strafrechtlichen Verurteilungen ist extrem niedrig. Im November 2007 berichtete der damalige Vizepräsident, dass nur etwa ein Prozent der Mordfälle aufgeklärt würde. Als Folge der zunehmenden öffentlichen Unsicherheit und des staatlichen Versagens bei der Strafverfolgung kommt es zu weiteren Gewaltdelikten. Angestellte von Sicherheitskräften werden beschuldigt, extralegale Hinrichtungen und Folter durchgeführt zu haben. Die jugendlichen Opfer sind oft Mitglieder oder vermeintliche Mitglieder von Straßengangs (den so genannten maras).

Der UN-Sonderberichtserstatter über extralegale, summarische oder willkürliche Hinrichtungen veröffentlichte im Februar 2007 einen Bericht, in dem er Guatemala wegen der Straflosigkeit bei Morden kritisiert und die Verwicklung der Polizei in die Beseitigung unerwünschter Menschen feststellt.

Ebenfalls im Februar 2007 wurden drei salvadorianische Mitglieder des Zentralamerikanischen Parlaments und ihr Fahrer ermordet, angeblich von vier guatemaltekischen Polizisten. Sechs Tage nach den Morden wurden die vier beschuldigten Polizisten im Gefängnis ebenfalls ermordet. Dies hatte den Rücktritt des Polizeidirektors und des Innenministers zur Folge. Der neue Polizeidirektor trat im September 2007 von seinem Amt zurück, nachdem mehrere Polizisten, darunter seine Leibwächter, beschuldigt worden waren, fünf Jugendliche extralegal hingerichtet zu haben.

Im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen im September und November 2007 sind nach Angaben des guatemaltekischen Menschenrechtsombudsmannes 26 politische Aktivisten ermordet worden.

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