Die Verfolgung und Bedrohung von Menschenrechtsverteidigern, Journalisten, Gewerkschaftern, Angehörigen indigener Gruppen und Bauernverbänden hat sich im Zuge des am 28. Juni 2009 auf Staatspräsident Manuel Zelaya verübten Putsches noch verschärft. Die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Identität nahm im Berichtzeitraum deutlich zu. Mindestens 27 Häftlinge wurden bei verschiedenen Vorfällen von Gewalt in Gefängnissen getötet. Der Alltag in Honduras ist durch Gewalt und Unsicherheit geprägt. Jugendbanden, die so genannten Maras, tragen maßgeblich zum Unsicherheitsgefühl der Gesellschaft bei, indem sie sichtbar gewaltbereit auftreten. Der Staat wiederum legitimiert seine strikte "Null-Toleranz"-Politik mit der Bedrohung durch die Maras. Straflosigkeit und Korruption sowie unverhältnismäßige Gewaltanwendung durch die Sicherheitskräfte zählen nach wie vor zu den Faktoren, die maßgeblich zur Beeinträchtigung der Menschenrechte in Honduras beitragen.