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Länderkurzbericht Honduras 2009

Menschenrechtsverteidiger

Am 11. Juni 2008 wurde Irene Ramírez, Führer einer Landarbeiterorganisation, in der Stadt Trujillo im Departamento Colón durch Schüsse tödlich getroffen. Er hatte eine führende Rolle bei einem Landkonflikt gespielt und berichtet, von lokalen Landbesitzern und Viehzüchtern Morddrohungen erhalten zu haben. Am Tag vor seiner Ermordung hatte er in einem Radiointerview gefordert, dass die kurz zuvor beschlossene Landreformgesetzgebung von den Behörden auch umgesetzt werden müsse. Zum Jahresende standen zwei Männer wegen seiner Ermordung unter Anklage.

Im Juli 2008 wurden vier Polizisten schuldig gesprochen, im Jahr 2006 Heraldo Zúñiga und Roger Iván Cartagena ermordet zu haben. Beide Männer waren Mitglieder der Umweltbewegung Movimiento Ambientalista de Olancho. Zwei Polizisten flohen drei Wochen nach ihrer Verurteilung, ein weiterer wenige Tage später. Zum Jahresende befanden sich alle drei Männer noch immer auf freiem Fuß.

Die beiden Männer, die am 27. Februar 2009 des Mordes an Dionisio Díaz García für schuldig befunden wurden, sind zu jeweils 21 bzw. 20 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Es wird davon ausgegangen, dass die Anwälte eine Herabsetzung des Strafmaßes fordern werden. Die Menschenrechtsorganisation Asociación para una Sociedad más Justa (ASJ) setzt sich dafür ein, dass auch die Hintermänner des Verbrechens zur Rechenschaft gezogen werden.

Bertha Oliva, Koordinatorin der Menschenrechtsorganisation Comité de Familiares de Detenidos Desaparecidos en Honduras (COFADEH), setzt sich für die Familienangehörigen derer ein, die in den 1980er-Jahren im Gewahrsam der honduranischen Sicherheitskräfte dem "Verschwindenlassen" zum Opfer fielen. Sie ist seit Jahren massiver Bedrohung und Verfolgung ausgesetzt.

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