Täglich werden in El Salvador etwa zehn Morde begangen. Im Jahr 2005 wurden 3.761 Personen ermordet, das waren 999 mehr als 2004. Im Jahr 2006 waren es bis zum 1. September 2.605 Menschen. Ein hoher Anteil der Verbrechen wird gar nicht bei der Polizei angezeigt, die Aufklärungsquote ist niedrig. Ein wesentlicher Grund hierfür liegt darin, dass Personen, die als Zeugen vor Gericht aussagen, sehr häufig selbst bedroht oder ermordet werden. Im Mai 2006 hat die Regierung ein Zeugenschutzgesetz verabschiedet und Maßnahmen zum Schutz von Zeugen ergriffen. Ob die Maßnahmen geeignet sind, die Lage zu verbessern, wird sich erst im Laufe der Zeit erweisen.
Eine tägliche Bedrohung für viele Salvadorianer und Salvadorianerinnen
stellen die so genannten Maras, kriminelle Banden, dar. Schätzungen
gehen von insgesamt 30.000-35.000 Mitgliedern aus. Die Regierung hat bislang
fast ausschließlich mit repressiven Maßnahmen und Sondergesetzen,
die viele Garantien der VN-Kinderrechtskonvention missachten, auf die Gewalt
durch Jugendbanden reagiert.