
Der Bericht thematisiert Morde, die Mitglieder des Polizeiapparates
heutzutage begehen. Es handelt sich um außergerichtliche Hinrichtungen,
die von den Medien oft als „soziale Säuberungen“ bezeichnet werden.
Dabei nehmen die Polizisten das Recht selbst in die Hand, um die
Gesellschaft von Menschen zu „befreien“, die sie krimineller
Verwicklungen verdächtigen.
Fast alle Opfer sind jung, manche sind
vorbestraft, die meisten von ihnen stammen aus den am stärksten
benachteiligten Stadtteilen. Ihre Leichname werden auf leerstehenden
Grundstücken oder Müllhalden gefunden, mit auf dem Rücken gefesselten
Händen, erwürgt oder aus nächster Nähe erschossen. Gerichtliche
Untersuchungen finden meist erst mehrere Monate nach der Tat statt, wenn
ein Großteil der Spuren bereits verwischt sind. Schätzungen zufolge
bleiben in Guatemala 98% aller Morde straflos.
Zum AI-Bericht vom Oktober 2009: in Deutsch und in Englisch

In einem Bericht vom 28. Januar 2010 appelliert Amnesty International an
die Regierung des neu gewählten honduranischen Präsidenten Porfirio Lobo Sosa,
die nach dem Putsch im Juni 2009 begangenen Menschenrechtsverletzungen aufzuarbeiten und
die Schuldigen zur Rechenschaft zu ziehen."
Diskussionsveranstaltung Guatemala ist ein von Gewalt geprägtes Land. Der lange bewaffnete Konflikt mit seinen hunderttausenden Toten und
zehntausenden Verschwundenen ist noch immer nicht aufgearbeitet. Die Täter wurden nie zur Rechenschaft gezogen,
die Opfer kämpfen weiter um Gerechtigkeit.
Lucio Yaxon ist Maya. Er gehört der Generation an, die den Krieg als Kind erlebte und seine traumatischen Folgen bis
heute mit sich trägt. Er kam als Jugendlicher in die Hauptstadt und engagierte sich dort bei den Jugendorganisationen
HIJOS und MOJOMAYAS.
Als 2005 das geheime Polizeiarchiv mit Millionen von Dokumenten aus den Zeiten des Staatsterrors
gefunden wurde, begann er dort zu arbeiten. Er teilt die Hoffnung der Gesellschaft, dass sich durch die Auswertung der
Dokumente Möglichkeiten ergeben, die Verantwortlichen der Gewaltverbrechen endlich vor Gericht zu stellen.
Lucio Yaxons politische und kulturelle Ausdrucksform ist der Rap. Er singt auf Kakchiquel und Spanisch und gibt seiner Generation
damit eine eindrucksvolle Stimme.
Im Gespräch mit dem ebenfalls aus Guatemala stammenden Politikwissenschaftler Otto Argueta berichtet Lucio Yaxon über die Gewalt in der Vergangenheit und im Heute, das Lebensgefühl der Nachkriegsgeneration und seine Musik.
Veranstalter: Amnesty International
Veranstaltungsort: Werkstatt 3, Nernstweg 32-34, Ottensen, 19.30 Uhr
Ein Sieg für die WSK-Rechte: La Parota wird nicht gebaut
Die Regierung hat den Bau des Mega-Staudamms La Parota am Río Papagayo im Bundesstaat
Guerrero aufgegeben. Jahrelange und konsequent hatten campesinos der betroffenen Region Widerstand
geleistet und mit Unterstützung seitens des Menschenrechtszentrums
"Tlachinollan" einen erbitterten Rechtsstreit geführt hatten.
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Ricardo Ucán Ceca frei !
Ricardo Ucán ist endlich wieder frei! Der heute 59-jährige Maya war vor fast zehn Jahren wegen eines umstrittenen
Tötungsdelikts unter Mordanklage gestellt und zu 22 Jahren Haft verurteilt worden.
AI-Mitteilung des Mexiko-Teams
August 2009

Wie das Totalverbot von Schwangerschaftsabbrüchen in Nicaragua Ärzte kriminalisiert und Frauen und Mädchen in Gefahr bringt.
Seit Juli 2008 sind in Nicaragua Schwangerschaftsabbrüche unter allen Umständen gesetzwidrig. Vor 2006 erlaubte es das Gesetz, im Falle von Gefahr für Leben und Gesundheit der Mutter oder bei Schwangerschaft als Folge einer Vergewaltigung Ausnahmen vom Abtreibungsverbot zu machen.